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Warten können – oder: Hat die Weihnachtswunschliste ausgedient?

Es ist November – fürsorgliche Eltern, die stolz sind auf ihre Kinder, haben das Weihnachtsgeschenk bereits frühzeitig bestellt und nun ist es auch schon angekommen. Warum also eigentlich warten bis Weihnachten? Und schon ist das neue Handy oder was auch immer ausgepackt und die Kinder zeigen es stolz in der Schule.

Letztes Jahr hörte ich diese Story zum ersten Mal, dafür gleich von mehreren Lehrpersonen aus ganz unterschiedlichen Regionen.

Für jeden Beruf gibt es ausgefeilte Reglemente und Bestimmungen, ausser fürs Eltern sein. Umso wichtiger sind Veranstaltungen für Eltern, in denen sie zeitgemässe Bildungsinhalte und Gedankenanstösse für die Erziehung erhalten. Eltern mit Erziehungskompetenzen und eine gute Beziehung zwischen Schule und Elternhaus erleichtern die Zusammenarbeit, wenn es mit einem Kind schwierig wird, und erleichtert auch den Alltag in der Schulklasse. Schulen mit einem regelmässigen Bildungsangebot für Eltern möchten dieses nicht mehr missen, denn sie kennen den Wert solcher Veranstaltungen.

Der Umgang mit Geld ist ein wichtiges Thema für die Schule, wenn die Schule auf das Leben vorbereiten soll. Elternveranstaltungen dazu sind ein wichtiger Baustein für die Nachhaltigkeit und den Erfolg der schulischen Bemühungen.

Interessanterweise sind es nicht Budget- und Finanzkompetenz, die nachweislich Auswirkungen auf den Umgang mit Geld haben, sondern Werte und Einstellungen: Warten können, Selbstvertrauen und die Erfahrung, dass man etwas bewirken kann (Wirkt Schuldenprävention? HSLU, 2013). Natürlich spricht es für die Selbstwirksamkeit der Kinder, wenn sie die Eltern dazu bringen können, die Weihnachtsgeschenke schon im November herauszurücken. Allerdings gäbe es noch andere Möglichkeiten, die Kinder ihre eigenen Kompetenzen erleben zu lassen. Denn vor Weihnachten vergibt man sich die Chance, warten zu üben. Warten können ist nicht die Stärke unserer Zeit. Für den Umgang mit Geld ist es aber unheimlich wichtig. Wer immer das neuste Handy braucht, immer auf jeder Welle mitreiten muss, lebt häufig über seine Verhältnisse und kann in die Schuldenfalle geraten.

Für Eltern wird Kinder haben zum Armutsrisiko und für Eltern mit wenig Geld Erziehen zum Spiessrutenlauf, in der reichen Schweiz noch viel mehr als in anderen Ländern. Umso wichtiger ist es, dass Eltern Denkanstösse für den Erziehungsalltag erhalten sowie den einen oder anderen Gedanken zum eigenen Budget. Dies lässt sich an Elternveranstaltungen über Inputs und die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch gut erreichen. Es ist für Schulen ein Aufwand, Elternveranstaltungen zu organisieren, sie helfen aber, dass die Schule sich auf die Kernaufgaben konzentrieren kann.

Vor Weihnachten reicht die Zeit für die Organisation einer Elternveranstaltung nicht mehr. Das macht nichts. Kinder erziehen, warten können, Taschengeld, Jugendlohn ab 12 Jahren als Alternative zu Taschengeld, wie man den Lehrlingslohn einteilt und wie man über Lebenskosten spricht – unsere Themen sind das ganze Jahr aktuell. 

Haben Sie Kinder oder Gottenkinder? Schenken Sie ihnen einen Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug. Oder eine Prepaid-Kreditkarte – ist sie mit Geld aufgeladen, kann man sie für Internet-Käufe benützen, ist kein Geld drauf, dann eben nicht. Kaufen auf Pump ist allgegenwärtig. Kinder und Jugendliche müssen warten lernen. Wir Erwachsenen auch. 

Auf unserer Weihnachtswunschliste stehen viele Anfragen für Elternveranstaltungen und viele Interessierte in unseren Kursen. Und dass Menschen, die sich verschulden, sich frühzeitig beraten lassen. Nicht jede Verschuldung ist vermeidbar, aber frühzeitig mit einer Fachstelle hinschauen kann Folgeprobleme oder Fehlentscheidungen verhindern.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit und frohe Festtage.

Schuldenberatung Aargau–Solothurn


Aufgeschaltet am 24. November 2016
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